Freitag, 10. Juli 2015

Laura Kneidl - Light & Darkness

Titel: Light & Darkness
Autor: Laura Kneidl
Verlag: Carlsen, Impress
Seiten: 403
Preis: 4,99 (Taschenbuch), 3,99 (eBook)


Inhalt:

Im Jahr 2047 ist die Existenz von paranormalen Wesen bereits bekannt. Um sich frei in der Öffentlichkeit bewegen zu können, werden sie einem Delegierten zugeordnet, der sich um sie kümmern muss. Laut Artikel 9 des Gesetzes dürfen der Delegierte und das Wesen nur demselben Geschlecht angehören. Bei der Delegation der 17jährigen Light Adam passiert dabei ein Fehler. Ihr wird der männliche Dämon Dante Leroy zugeteilt. Bevor dieser Fehler behoben werden kann, sind sie gezwungen einige Wochen miteinander aus zukommen. Light und Dante schließen eine Wette ab was ihr Zusammenleben betrifft. Wer wird sie gewinnen?

Schreibstil:

Laura Kneidl schreibt sehr flüssig und man kann sich die Szenen gut bildlich vorstellen. Während dem Lesen fliegt man förmlich über die Seiten. Ab und zu fehlt mir die Tiefe oder eine detailliertere Beschreibung der Personen oder Orte, aber wirklich gestört hat mich das nicht.

Meine Meinung:

Zu Beginn jedes Kapitels wurde ein Abschnitt der Gesetzgebung vorgestellt, sodass der Leser die Welt des Buches und ihre Regel gut nachvollziehen und verstehen konnte. Die Welt des Buches war vollkommen neu für mich. Bisher habe ich in noch keinem Buch gelesen, dass die Welt der Menschen und die der übernatürlichen Wesen verschmolzen sind. Dieses Szenario fand ich interessant und auch die Umsetzung hat mir grundsätzlich gefallen. Einige Fragen sind dennoch aufgetreten. Zum Beispiel war für mich nicht klar, warum sich die übernatürlichen Wesen von den Menschen beherrschen lassen. Es wird oft im Buch beschrieben, wie stark und mächtig Vampire, Dämonen etc. sind, aber keiner von ihnen legt sich gegen das Regierungssystem auf. Abgesehen natürlich von den zwei Rebellengruppen. Von der Beschreibung her unterscheiden sich die Paranormalen kaum von den Menschen, obwohl man meinen sollte, dass eigentlich sie die Welt beherrschen müssen und nicht die ‚schwachen‘ Menschen. Die Sache mit den Delegierten hat mir ebenfalls gefallen, auch wenn ich es schade finde, dass Wesen und Delegierter demselben Geschlecht entstammen und keine Beziehung führen dürfen. Meiner Meinung nach ein veraltetes und sexistisches System.

Die Hauptpersonen des Buches sind Light Adam und Dante Leroy. Light ist das brave und unscheinbare Mädchen von Nebenan. An sich finde ich sie ganz sympathisch, aber ihr fehlt leider etwas die Tiefe. Sie hat einige kleine Macken, die sie lebendig und realer erscheinen lassen, was ich wirklich gut finde. Dennoch kommt es mir manchmal so rüber, als sei sie eine komplette Außenseiterin ohne wirkliche Hobbies oder Freunde. Abgesehen von ihrer Familie hat sie nur eine wirkliche Bezugsperson, die in dem Buch erwähnt wird, ihre Freundin Anna. Mir persönlich ist sie zu leichtgläubig und naiv. In manchen Szenen mit Dante kommt es so rüber, als hätte sie noch nie vorher das Haus verlassen um wirklich zu leben. Im Laufe der Geschichte habe ich mich aber mit ihrer Figur anfreunden können und mag sie inzwischen ganz gerne. Dante konnte ich am Anfang nur sehr schwer einschätzen. Die Beschreibung seines Aussehens an der Delegation hat mich wirklich abgeschreckt. Grüner Irokese, dreckige Fingernägel, mangelnde Hygiene, zerrissene Kleidung. Erst im Laufe der Handlung verbessert sich das Bild von ihm. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Veränderung von Lights Gefühlen. Dante bezeichnet sich selbst immer wieder als Dämon um zu verdeutlichen, dass er eben kein netter und lieber Junge ist, sondern das Gegenteil. Er wird als typisches Bad Boy dargestellt, mit viel Sarkasmus, einer großen Klappe und unzerstörbarem Selbstbewusstsein. Sein Charakter hat mir von Anfang an gefallen, weil ich mich unglaublich darauf gefreut habe, wie Light auf ihn und seine Art reagieren und mit ihm umgehen wird. Ich fand es toll, dass sie von ihm ihrer kleinen perfekten Welt herausgeholt wurde. Die weiteren Figuren des Buches  wurden weit weniger umfangreich beschrieben als die beiden Hauptpersonen, daher fand ich sie recht unbedeutend. Lights Mutter und Kade fand ich dennoch recht sympathisch, nur mit Jude, seinen Vater und Anna konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Da sie aber für den Verlauf der Handlung nicht so wichtig waren, sehe ich das hier nicht als Kritikpunkt.
Die Beziehung zwischen Dante und Light hat mir ebenfalls gefallen, auch wenn sie sich sehr schnell entwickelt hat. Bereits den Anfang fand ich gut, als Dante beschlossen hat mit bei ihr im Bett zu schlafen und die zwei die Wette abgeschlossen haben. Mir war zu dem Zeitpunkt bereits klar, dass Dante Light das Leben zur Hölle machen würde, um diese Wette zu gewinnen und ich muss sagen, ich war erstaunt wie lange Light durchgehalten hat. Als beide begonnen hatten, Gefühle füreinander zu entwickeln, habe ich Dante nur noch mehr ins Herz geschlossen. Es wurde die hilfsbereite und beschützende Seite von ihm gezeigt und Lights Reaktionen darauf fand ich sehr gelungen dargestellt.
Der Konflikt des Buches, die Konfrontation mit Dantes Vater fand ich sehr spannend, da so ein ganzer anderer Blick auf die übernatürlichen Wesen möglich war und man einiges aus Dantes Vergangenheit erfahren konnte. Die Sicht auf die verschiedenen Rebellengruppen hat mir auch zugesagt, denn so wurde deutlich, dass sowohl Menschen als auch Wesen etwas an dem Regierungssystem auszusetzen haben und dieses stürzen wollen. Beide Parteien gehen dabei skrupellos und brutal vor und verleihen der Handlung die gewünschte Spannung.

Fazit:

Das Buch hat mir an sich  wirklich sehr gut gefallen und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Hauptcharaktere waren zwar liebenswert und ihre Beziehung zu einander war gefühlsvoll, dennoch fehlte es ihnen etwas an Tiefe. Das Ende war unerwartet, aber gelungen. Obwohl das Buch einige Macken hat, wie die Darstellung der Paranormalen und die fehlende Tiefe, war es dennoch ein schönes Leseerlebnis und ich kann Light & Darkness nur weiterempfehlen.

Zitat:


Es waren gestohlene Momente, eine Rebellion gegen das, was das System von ihnen verlangte, aber nur jene, die es sehen wollten, konnten sie auch sehen: die Veränderung. 



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