Autor: Laura Kneidl
Verlag: Carlsen, Impress
Seiten: 403
Preis: 4,99 (Taschenbuch), 3,99 (eBook)
Inhalt:
Im Jahr 2047 ist die Existenz von paranormalen Wesen bereits
bekannt. Um sich frei in der Öffentlichkeit bewegen zu können, werden sie einem
Delegierten zugeordnet, der sich um sie kümmern muss. Laut Artikel 9 des Gesetzes
dürfen der Delegierte und das Wesen nur demselben Geschlecht angehören. Bei der
Delegation der 17jährigen Light Adam passiert dabei ein Fehler. Ihr wird der
männliche Dämon Dante Leroy zugeteilt. Bevor dieser Fehler behoben werden kann,
sind sie gezwungen einige Wochen miteinander aus zukommen. Light und Dante
schließen eine Wette ab was ihr Zusammenleben betrifft. Wer wird sie gewinnen?
Schreibstil:
Laura Kneidl schreibt sehr flüssig und man kann sich die
Szenen gut bildlich vorstellen. Während dem Lesen fliegt man förmlich über die
Seiten. Ab und zu fehlt mir die Tiefe oder eine detailliertere Beschreibung der
Personen oder Orte, aber wirklich gestört hat mich das nicht.
Meine Meinung:
Zu Beginn jedes Kapitels wurde ein Abschnitt der
Gesetzgebung vorgestellt, sodass der Leser die Welt des Buches und ihre Regel
gut nachvollziehen und verstehen konnte. Die Welt des Buches war vollkommen neu
für mich. Bisher habe ich in noch keinem Buch gelesen, dass die Welt der
Menschen und die der übernatürlichen Wesen verschmolzen sind. Dieses Szenario
fand ich interessant und auch die Umsetzung hat mir grundsätzlich gefallen. Einige
Fragen sind dennoch aufgetreten. Zum Beispiel war für mich nicht klar, warum
sich die übernatürlichen Wesen von den Menschen beherrschen lassen. Es wird oft
im Buch beschrieben, wie stark und mächtig Vampire, Dämonen etc. sind, aber
keiner von ihnen legt sich gegen das Regierungssystem auf. Abgesehen natürlich
von den zwei Rebellengruppen. Von der Beschreibung her unterscheiden sich die
Paranormalen kaum von den Menschen, obwohl man meinen sollte, dass eigentlich
sie die Welt beherrschen müssen und nicht die ‚schwachen‘ Menschen. Die Sache
mit den Delegierten hat mir ebenfalls gefallen, auch wenn ich es schade finde,
dass Wesen und Delegierter demselben Geschlecht entstammen und keine Beziehung
führen dürfen. Meiner Meinung nach ein veraltetes und sexistisches System.
Die Hauptpersonen des Buches sind Light Adam und Dante
Leroy. Light ist das brave und unscheinbare Mädchen von Nebenan. An sich finde
ich sie ganz sympathisch, aber ihr fehlt leider etwas die Tiefe. Sie hat einige
kleine Macken, die sie lebendig und realer erscheinen lassen, was ich wirklich
gut finde. Dennoch kommt es mir manchmal so rüber, als sei sie eine komplette
Außenseiterin ohne wirkliche Hobbies oder Freunde. Abgesehen von ihrer Familie
hat sie nur eine wirkliche Bezugsperson, die in dem Buch erwähnt wird, ihre
Freundin Anna. Mir persönlich ist sie zu leichtgläubig und naiv. In manchen
Szenen mit Dante kommt es so rüber, als hätte sie noch nie vorher das Haus
verlassen um wirklich zu leben. Im Laufe der Geschichte habe ich mich aber mit
ihrer Figur anfreunden können und mag sie inzwischen ganz gerne. Dante konnte
ich am Anfang nur sehr schwer einschätzen. Die Beschreibung seines Aussehens an
der Delegation hat mich wirklich abgeschreckt. Grüner Irokese, dreckige
Fingernägel, mangelnde Hygiene, zerrissene Kleidung. Erst im Laufe der Handlung
verbessert sich das Bild von ihm. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die
Veränderung von Lights Gefühlen. Dante bezeichnet sich selbst immer wieder als
Dämon um zu verdeutlichen, dass er eben kein netter und lieber Junge ist,
sondern das Gegenteil. Er wird als typisches Bad Boy dargestellt, mit viel
Sarkasmus, einer großen Klappe und unzerstörbarem Selbstbewusstsein. Sein
Charakter hat mir von Anfang an gefallen, weil ich mich unglaublich darauf
gefreut habe, wie Light auf ihn und seine Art reagieren und mit ihm umgehen
wird. Ich fand es toll, dass sie von ihm ihrer kleinen perfekten Welt
herausgeholt wurde. Die weiteren Figuren des Buches wurden weit weniger umfangreich beschrieben
als die beiden Hauptpersonen, daher fand ich sie recht unbedeutend. Lights
Mutter und Kade fand ich dennoch recht sympathisch, nur mit Jude, seinen Vater
und Anna konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Da sie aber für den Verlauf
der Handlung nicht so wichtig waren, sehe ich das hier nicht als Kritikpunkt.
Die Beziehung zwischen Dante und Light hat mir ebenfalls
gefallen, auch wenn sie sich sehr schnell entwickelt hat. Bereits den Anfang
fand ich gut, als Dante beschlossen hat mit bei ihr im Bett zu schlafen und die
zwei die Wette abgeschlossen haben. Mir war zu dem Zeitpunkt bereits klar, dass
Dante Light das Leben zur Hölle machen würde, um diese Wette zu gewinnen und
ich muss sagen, ich war erstaunt wie lange Light durchgehalten hat. Als beide
begonnen hatten, Gefühle füreinander zu entwickeln, habe ich Dante nur noch
mehr ins Herz geschlossen. Es wurde die hilfsbereite und beschützende Seite von
ihm gezeigt und Lights Reaktionen darauf fand ich sehr gelungen dargestellt.
Der Konflikt des Buches, die Konfrontation mit Dantes Vater
fand ich sehr spannend, da so ein ganzer anderer Blick auf die übernatürlichen
Wesen möglich war und man einiges aus Dantes Vergangenheit erfahren konnte. Die
Sicht auf die verschiedenen Rebellengruppen hat mir auch zugesagt, denn so wurde
deutlich, dass sowohl Menschen als auch Wesen etwas an dem Regierungssystem
auszusetzen haben und dieses stürzen wollen. Beide Parteien gehen dabei
skrupellos und brutal vor und verleihen der Handlung die gewünschte Spannung.
Fazit:
Das Buch hat mir an sich wirklich sehr gut gefallen und ich konnte es
gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Hauptcharaktere waren zwar liebenswert
und ihre Beziehung zu einander war gefühlsvoll, dennoch fehlte es ihnen etwas
an Tiefe. Das Ende war unerwartet, aber gelungen. Obwohl das Buch einige Macken
hat, wie die Darstellung der Paranormalen und die fehlende Tiefe, war es
dennoch ein schönes Leseerlebnis und ich kann Light & Darkness nur
weiterempfehlen.
Zitat:
Es waren gestohlene Momente, eine Rebellion gegen das, was
das System von ihnen verlangte, aber nur jene, die es sehen wollten, konnten
sie auch sehen: die Veränderung.


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